Sie fehlt uns ein wenig in dieser Corona-Zeit: die weite Welt. Also holen wir uns ferne Länder zumindest im Kochtopf ein wenig näher. Mit Hilfe von Jörg Günther haben wir neulich die „Heilige Dreifaltigkeit“ und eine Jambalaya erkundet. Zu unserer Überraschung verbergen sich hinter diesen geheimnisvoll klingenden Namen viele gute, alte Bekannte …

Jörg Günther betreibt die kleine Gewürz-Manufaktur „Temperos“ in Braunschweig, in der man Anregungen und natürlich gleich auch die passenden Gewürze finden kann. (Tipps sind aber auch immer Werbung, aber wir bekommen nichts dafür …). Zu verschiedenen Themen bietet Günther gemeinsam mit seiner brasilianischen Geschäftspartnerin Rita Pimentel auch Kurse an. Wegen Corona sind die Gruppen derzeit schön klein. Wir waren nur fünf, aber acht sind auch erlaubt und wer weiß, bei der nächsten Lockerung vielleicht noch mehr.

Thema waren also die Cajun- und die kreolische Küche aus den USA, rund um New Orleans. In beiden Küchen finden sich europäische, afrikanische und südamerikanische Einflüsse. Während die Cajun-Küche eher einfach ist, ist die kreolische Küche gehobener.

Zunächst wurde uns eine Jambalaya serviert, das Cajun-Gericht schlechthin. Die Cajun ist die Küche der einfachen Menschen, oft mit Einflüssen aus den Heimaten der Sklaven. Jambalaya ist ein deftiges Gemüsegericht auf Reisbasis mit viel Fleisch und geräucherter Wurst vom Schwein, Rind und Huhn. „Die heilige Dreifaltigkeit“ (heißt wirklich so) der Cajun-Küche darf dabei niemals fehlen: Zwiebeln, grüne Paprika und Staudensellerie.

Die restlichen Zutaten werden letztendlich beim Einkauf auf dem Markt bestimmt. So kann man Jambalaya auch mit Shrimps oder Alligator machen“, berichtet Günther. Das Ganze wird mit durchaus bekannten Kräutern wie Petersilie, Thymian und Lorbeer gewürzt und dann mit verschiedenen Chili-Sorten ordentlich geschärft.

Im zweiten Gang wurde es dann feiner: Schwertfisch, Steinbeißer und ein Shrimp an buntem Linsengemüse in einer Roux, eine gut gewürzte Sauce auf Mehlschwitzbasis. In der kreolischen Küche werden Fisch und feine Saucen oft gegessen, sind in den Rezepten doch viele Einflüsse französischer Einwanderer.

Gewürzt wird mit verschiedenen Pfeffer- und Chilisorten, Thymian, Oregano, Knoblauch und ganz wichtig, mit frischem Ingwer. Wir konnten uns aus den verschiedenen Zutaten für zuhause eine Gewürzmischung zubereiten – das Temperos bietet auch fertige Mischungen an.

Jürgen Günther hat schon als Kind die Küchen ferner Länder kennengelernt. Sein Vater war Fotograf und hat ihn oft mitgenommen. Später reiste er selbst durch die Welt, sein Geld hat er sich dabei oft als Koch verdient. Er ist mit einer brasilianischen Frau verheiratet und will auch möglichst bald zu ziehen. Dann will Rita Pimentel die Gewürzmanufaktur übernehmen, bei dem Namen kein Wunder.

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