Tief im Süden, wo die Sonne strahlt: Wir haben Santa Maria di Leuca erreicht, den südlichsten Punkt des italienischen Absatzes. Wir wissen gar nicht genau, was wir erwartet haben. Sind aber überrascht, dass uns die Punta Ristola an diesem Vormittag fast allein gehört. Auf einem riesigen Parkplatz stehen drei Autos, in einem Café sind alle Plätze frei.

Am Absatz ist die (italienische) Welt zu Ende. Der Urlaubspaul schaut in Santa Maria di Leuca, in Richtung Griechenland.

Hier treffen das ionische und das adriatische Meer zusammen. Ein Blick durch eines der Fernrohre unterhalb des Leuchtturmes zeigt uns aber nur eine spiegelglatte Wasserfläche. Naja, bis Griechenland sind es auch noch rund 170 Kilometer. Das Foto-Shooting mit dem Urlaubspaul gestaltet sich schwierig: Mal ist sein linker Arm, mal sein rechter Arm vom Fernrohr verdeckt. Ich verstehe nicht, warum er meine Anweisungen nicht versteht. Er behauptet, ich würde nur in Halbsätzen sprechen. Aber nach 49 Jahren könnte er die doch ergänzen, oder?

Okay, das glauben wir beide selbst nicht und gehen lachend zur Basilika. Dort grüßt uns ein Landsmann: Eine lebensgroße Bronze-Statue von Papst Benedikt XVI. erinnert an seine Apulien-Reise 2008. Petrus soll ja auf dem Weg nach Rom auch hier gewesen sein. Wir entschließen uns einen Cappuccino zu trinken.

Ups, so schnell kann es gehen – drei Reisebusse sind angekommen und das Café ist voll. Also machen wir uns auf nach Gallipoli, eine wunderschöne alte Hafenstadt auf einer Halbinsel. Mit knurrendem Magen und den üblichen Diskussionen über Restaurants schlendern wir die Uferstraße entlang. Ein Lokal ist so schön wie das andere, jedes bietet Plätze direkt am Meer und in jedem wird der frischeste und beste Fisch angeboten.

Die Entscheidung fällt schwer, die guten Plätze werden rarer. Bevor mein leerer Magen mich noch grantiger werden lässt, zwingt der Urlaubspaul mich in eines der Lokale. Danke, lieber Gatte, wir hatten den allerbesten Platz und den allerfrischesten Fisch. Magen voll, Laune gut!

Noch immer gut gelaunt treffen wir in Lecce ein, dort haben wir am Rand der barocken Altstadt eine Wohnung gemietet. Uns erwarten zwei Schlafzimmer, zwei Bäder, ein großer Balkon und eine Waschmaschine. Lust habe wir keine, aber es macht Sinn: Koffer und Taschen werden in das Apartment geschleppt und die Waschmaschine wird angeworfen. Und dann wird alles neu sortiert. Bislang sind in einem Koffer meine und in dem anderen Pauls Klamotten. Nun kommen lange Hosen und Strickjacken in einen und alles für Sonnenschein in den anderen. Gute Idee, einer der Koffer bleibt von nun an immer bis Deutschland im Auto!

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