Wir passieren die Straße von Messina und fahren – nun wieder gen Norden – an der Westküste Italiens entlang. Unser Ziel heißt Tropea.

Die Touristenmetropole Tropea thront hoch über dem Mittelmeer, einige Hotels bieten einen Fahrstuhl zum Strand an.

Auf dem Weg dorthin verlassen wir leichtfertig die vom Navi angesagte Straße und sind auf kleinen – ach, was sage ich, auf winzigen Wegen endlos lange in den Bergen unterwegs. Die Landschaft ist sicher schön, nur mein Magen findet das wieder gar nicht schön.

In Tropea haben wir dann mitten in der Stadt ein Zimmer, das Auto darf ganz dicht am Bett stehen, direkt vorm Fenster. Das ist praktisch, ist der Kofferraum doch unser Kleiderschrank. Weniger praktisch ist die High-Tech-Dusche mit etwa 176 verschiedenen Düsen und Brausen, die ebenfalls neben dem Bett steht.

Der Urlaubspaul will als erster duschen. Er drückt und dreht die Knöpfe und Hähne. Von Wasser keine Spur! Mit einem Handtuch um die Hüften rennt er schließlich aus dem Zimmer zur Rezeption, die liegt im Nebengebäude und drei Treppen tiefer – das Handtuch hält!

Ich verkrieche mich unter die Decke, als Paul mit dem Wirt zurückkehrt. Begleitet von einem interessanten Kauderwelsch drücken und drehen nun beide Knöpfe und Hähne. Von Wasser keine Spur. Mich beachtet niemand.

Dann kommt plötzlich das Zimmermädchen herein, ich schaue kurz unter der Decke hervor und nuschele: No Acqua! Mit einem wissenden Lächeln deutet sie den Männern an, etwas zurückzutreten, drückt zwei Knöpfe gleichzeitig und – das Wasser sprudelt. Als die pfiffige Frau längst schon im Nebenzimmer putzt, fachsimpeln die Männer noch immer in ihrem interessanten Kauderwelsch.

In Tropea selbst ist übrigens sehr viel Englisch zu hören. Der Grund liegt mehr als 100 Jahre zurück und 9000 Kilometer entfernt. Ende des 19. Jahrhunderts suchten viele Süditaliener in Amerika ihr Glück. Die Häuser blieben oft im Familiensitz und werden von den Enkel und Urenkel der Auswanderer als Urlaubsdomizil genutzt. Das hoch über dem Meer liegende Tropea ist aber auch zu schön.

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